Sonderlösungen & Raumgerüste
Nicht jedes Gebäude lässt sich mit einem Standardgerüst einrüsten. Wenn Hindernisse im Weg stehen, im Innenbereich gearbeitet werden muss oder die Gebäudeform besondere Konstruktionen erfordert, planen wir individuelle Gerüstlösungen. Genau hier zahlt sich die Erfahrung eines Meisterbetriebs aus: Unser Gerüstbauermeister findet für jede Situation eine sichere und praktikable Lösung.
Wann braucht man eine Sonderlösung?
Typische Situationen, in denen ein Standardgerüst nicht ausreicht:
- Raumgerüste für Innenarbeiten in Treppenhäusern, Hallen oder Kirchen
- Überbrückungen von Hindernissen wie Garagen, Vordächern oder Wintergärten
- Gitterträgerüberbrückungen über Einfahrten oder Zugänge
- Konsolgerüste an Gebäuden ohne ebene Aufstellfläche
- Abstützungen bei Umbauarbeiten
- Hängegerüste und Auslegergerüste für schwer zugängliche Bereiche
Raumgerüste für Innenarbeiten
Hohe Treppenhäuser, Kirchenschiffe oder Fabrikhallen lassen sich von Leitern oder Hubarbeitsbühnen oft nicht sicher erreichen. Ein Raumgerüst bietet hier eine großflächige, stabile Arbeitsbühne in der gewünschten Höhe.
Beim Aufbau in Innenräumen gleichen wir unterschiedliche Bodenniveaus – etwa Treppenstufen – mit Fußspindeln und Ausgleichsbelägen aus, um eine ebene Plattform zu schaffen. In Kirchen und Hallen mit Gewölbedecken passen wir die oberste Gerüstlage der Deckenkrümmung an. Empfindliche Bodenbeläge wie Naturstein oder Fliesen schützen wir mit lastverteilenden Unterlagen unter den Gerüstfüßen.
Ab bestimmten Höhen und bei ungewöhnlichen Raumgeometrien erstellen wir einen objektbezogenen statischen Nachweis – dann reicht die Standard-Typenstatik nicht mehr aus, und ein Prüfingenieur berechnet die Konstruktion individuell.
Gitterträgerüberbrückungen
Wenn eine Garagenzufahrt, ein Wintergarten oder ein Hauseingang nicht zugestellt werden darf, überbrücken wir den Bereich mit Gitterträgern. Diese Stahlträger überspannen typisch 6 bis 12 Meter und tragen das darüberliegende Gerüst, während der Bereich darunter frei bleibt. Die Gitterträger werden auf verstärkten Gerüstjochen (Doppelstiele) aufgelegt und gegen Kippen gesichert.
Konsolgerüste und Ausleger
Wenn am Gebäudesockel keine ebene Aufstellfläche vorhanden ist – etwa bei Hanglagen, über Vordächern oder an Gewässern – kommen Konsolgerüste zum Einsatz. Dabei werden die Gerüstlagen über Konsolen direkt an der Fassade oder an tragfähigen Bauteilen befestigt. Die Last wird über Verankerungen ins Mauerwerk eingeleitet. Jede Konsole wird vorab statisch nachgewiesen, und die Tragfähigkeit der Fassade wird geprüft.
Auslegergerüste kragen über die Gerüstaußenkante hinaus, um über ein Hindernis – zum Beispiel ein Vordach oder ein breites Gesims – hinweg den darüberliegenden Fassadenbereich zu erreichen.
Besonderheiten bei denkmalgeschützten Gebäuden
Bei historischen Fassaden ist besondere Vorsicht geboten: Bohrungen in Naturstein, Stuck oder Sichtmauerwerk sind oft eingeschränkt oder genehmigungspflichtig. Wir setzen in solchen Fällen auf bohrfreie Verankerungstechniken – etwa Klemmanker, die Fensterrahmen umschließen, oder Durchsteckanker durch die Fensterlaibung. Kontaktstellen zum Gebäude werden mit Abstandshaltern und Polsterungen geschützt, um keine Spuren an der Fassade zu hinterlassen.
Für wen eignen sich unsere Sonderlösungen?
Sonderkonstruktionen planen wir für Bauunternehmen, die bei komplexen Projekten einen erfahrenen Gerüstbaupartner brauchen, für Architekten, die bereits in der Planungsphase die Einrüstung mitdenken möchten, sowie für Kommunen und Kirchengemeinden mit historischen oder denkmalgeschützten Gebäuden. Jede Sonderlösung wird mit einem objektbezogenen Standsicherheitsnachweis dokumentiert und liegt auf der Baustelle aus.